Unser vollständiges Urteil nach dem Test des neuen Scott Speedster 60 auf der Straße

Der Scott Speedster 60 ist ein Aluminium-Rennrad, das im Einstiegssegment der Schweizer Marke positioniert ist. Sein Rahmen aus 6061 doppelt konifiziertem Aluminium, kombiniert mit einer Shimano-Schaltung und einer auf Ausdauer ausgerichteten Geometrie, macht ihn zu einem Modell, das regelmäßig für den Einstieg ins Straßenfahren empfohlen wird. Nach mehreren Fahrten auf unterschiedlichen Strecken, hier ist, was dieser Speedster 60 tatsächlich unter den Rädern liefert.

Mechanische Scheibenbremsen am Speedster 60: Was sich im Alltag ändert

Ein Punkt, der in Online-Diskussionen selten angesprochen wird, ist die jüngste Entwicklung des Speedster 60 hin zu mechanischen Scheibenbremsen. Seit der Saison 2023-2024 hat Scott schrittweise die Versionen mit Felgenbremsen durch mechanische Scheibenbremsen (Tektro oder Promax je nach Charge) ersetzt, ohne den Preis zu ändern.

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Auf trockener Straße bleibt der Unterschied zu klassischen Bremsen bescheiden. Die Bremskraft ist vergleichbar, der Hebelweg etwas länger als bei hydraulischen Bremsen, und die Modulation erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit.

Bei Regen wird der Unterschied deutlich. Das Bremsverhalten bleibt konstant, was die Felgenbremsen bei strömendem Wasser nicht bieten können. Für diejenigen, die das ganze Jahr über fahren, auch im Herbst und Winter, verbessert dieser Wechsel zu mechanischen Scheiben die Sicherheit bei nassen Abfahrten. Das ist auch ein Vorteil beim Wiederverkauf: Gebrauchtkäufer suchen mittlerweile nach Fahrrädern mit Scheibenbremsen, selbst mechanischen.

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Unsere Eindrücke zum Scott Speedster 60 bestätigen, dass diese technische Entwicklung, obwohl sie im Katalog unauffällig ist, das Fahrerlebnis im Alltag tatsächlich verändert.

Detail des Rahmens und der Shimano-Gruppe des Scott Speedster 60, der gegen eine Steinmauer gelehnt ist

Aluminiumrahmen und Komfort des Scott Speedster 60 auf langen Strecken

Der Rahmen aus 6061 doppelt konifiziertem Aluminium ist das Herzstück des Speedster 60. Doppelt konifiziert bedeutet, dass die Rohre unterschiedliche Wandstärken aufweisen: dicker an den Verbindungsstellen (für die Steifigkeit), dünner in der Mitte (für das Gewicht und die Dämpfung von Vibrationen). Dieses Verfahren ist nicht neu, aber Scott wendet es hier mit einem relativ schlanken Rohrprofil an, das die oft als hart empfundene Eigenschaft von Aluminium mindert.

Bei Fahrten von mehr als zwei Stunden bleibt der Komfort in Ordnung, vorausgesetzt, man kümmert sich um zwei Punkte: den Sattel und die Reifen. Der originale Syncros-Sattel erfüllt seinen Zweck bei kurzen Fahrten, zeigt aber seine Grenzen darüber hinaus. Ein Austausch gegen ein Modell, das besser zur eigenen Morphologie passt, verändert das Fahrgefühl radikal.

Was die Reifen betrifft, so akzeptiert der Speedster 60 ausreichend breite Querschnitte, um den Komfort zu erhöhen, ohne die Effizienz zu opfern. Etwas breitere Reifen verbessern spürbar die Dämpfung von Vibrationen auf schlechten Straßen, eine einfache und kostengünstige Anpassung.

Auf Ausdauer ausgerichtete Renngeometrie

Die Position auf diesem Fahrrad ist im Vergleich zu einem Rennrahmen relativ aufrecht. Der Reach ist moderat, der Stack ziemlich hoch. Diese Geometrie eignet sich für Radfahrer, die keine aggressive Haltung suchen, sondern lange fahren möchten, ohne Nacken- oder Rückenschmerzen zu bekommen.

Für ein erstes Rennrad erleichtert diese Position den Übergang von einem Trekkingrad oder einem Stadtfahrrad. Gravel-Fahrer werden ebenfalls ähnliche Anhaltspunkte finden, mit einem Rennlenker als Bonus, um die Handpositionen zu variieren.

Shimano-Schaltung und Erweiterbarkeit der Gruppe

Der Speedster 60 ist mit einer Shimano-Einstiegsgruppe ausgestattet. Die Kurbel bietet ein kompaktes Doppelblatt, das sowohl für flache Abschnitte als auch für moderate Anstiege geeignet ist. Der Gangwechsel funktioniert, ohne die chirurgische Präzision höherwertiger Gruppen. In den ersten Monaten dehnen sich die Kabel und benötigen eine Spannungsanpassung: das ist normal und dauert beim Fahrradhändler nur wenige Minuten.

Ein echtes Plus dieses Fahrrads liegt in seiner Kompatibilität mit dem Shimano-Ökosystem. Der Rahmen und die Schnittstellen ermöglichen es, schrittweise aufzurüsten:

  • Die Kassette und den hinteren Schaltmechanismus durch Shimano Claris oder Sora ersetzen, um die Gangwechselgeschwindigkeit und die Anzahl der Gänge zu erhöhen
  • Die Originalräder durch ein leichteres Set ersetzen, was die Beschleunigung und die Agilität am Berg verbessert
  • Auf Brems-/Schalthebel für hydraulische Scheibenbremsen umsteigen, sofern der Rahmen und die Gabel die interne Kabelführung akzeptieren

Diese Erweiterbarkeit ermöglicht es, das Fahrrad mit dem Fahrer wachsen zu lassen, anstatt nach einem Jahr Praxis einen kompletten Rahmen neu kaufen zu müssen.

Radfahrer macht eine Kaffeepause mit seinem Scott Speedster 60 in einem französischen Dorf während eines Tests auf der Straße

Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Langlebigkeit des Speedster 60

Ein Aspekt, den Online-Tests oft vernachlässigen, betrifft die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Scott hat seinen europäischen Händlern mitgeteilt, dass die Verbrauchsmaterialien (Schaltwerke, Bremsbeläge, kleine Cockpitteile) für seine Einstiegs-Rennradreihe, zu der auch der Speedster 60 gehört, auf Lager gehalten werden. Diese Maßnahme steht im Einklang mit den neuen europäischen Anforderungen zur Ökodesign und zum Recht auf Reparatur.

Konkrete bedeutet dies, dass ein heute gekaufter Speedster 60 über mehrere Jahre gewartet und repariert werden kann, ohne dass man auf dem Schwarzmarkt nach generischen oder kompatiblen Teilen suchen muss. Für ein Einstiegsrad, das auf Langlebigkeit ausgelegt ist, ist dies ein Auswahlkriterium, das ebenso wichtig ist wie das Gewicht des Rahmens oder die Marke des Schaltwerks.

Ein Fahrrad, das für Langlebigkeit gedacht ist, nicht um zu beeindrucken

Der Speedster 60 versucht nicht, mit doppelt so teuren Carbon-Modellen zu konkurrieren. Seine Aufgabe ist es, eine zuverlässige, komfortable und erweiterbare Basis zu bieten, um die Straße zu entdecken oder nach einer langen Pause wieder mit dem Radfahren zu beginnen. Die Komponenten sind bescheiden, aber funktional, der Rahmen hält die Kilometer ohne zu murren aus, und der Übergang zu mechanischen Scheiben verstärkt seine Relevanz bei europäischen Wetterbedingungen.

Der echte Test eines Einstiegsfahrrads findet nicht bei einer Vorführung statt. Er findet nach sechs Monaten regelmäßiger Fahrten statt, wenn die Kabel eingefahren, der Sattel ersetzt und die Reifen bewusst ausgewählt wurden. Genau dann zeigt der Speedster 60 seine Hauptqualität: er gibt Ihnen niemals das Gefühl, ihn im Keller stehen lassen zu wollen.

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